Glanzleistung
Ach Mensch, was haben meine Augen am Samstag vergangener Woche gestrahlt. Der Kreativität der lokalen Sportpresse scheinen mittlerweile wirklich keine Grenzen mehr gesetzt zu sein. Neben der gewohnt knackigen und ausführlichen Vorberichterstattung wurde den Lesern am vergangenen Samstag ein ganz besonderes Schmankerl zu Teil, die Torhöhen der lippischen Fußballtore. Die Sportredaktion hatte sich mit Hilfe interner Verstärkung daran gemacht, Lippes Fußballtore zu vermessen und hat dabei gar überraschendes herausgefunden: Die Tore sind nicht einheitlich hoch! Tja, das hätte so mancher Spiele schon ein paar Jahre früher wissen müssen, vielleicht wäre seine Karriere dann nicht aus Enttäuschung an der Theke geendet, sondern er hätte gewusst, warum er das Runde nicht ins Eckige bekommen hatte. Gleichzeitig bekam man noch einen Tauglichkeitsbefund des jeweiligen Platzes mitgeliefert, also ein wirklich zuvor kommender Service. Der Platz am Detmolder Pinneichen beispielsweise wäre scheinbar mit einer Schulnote „3“ davon gekommen. Da merkt man doch (leider) sofort, keiner der Tester hat hier jemals einen Ball über den Platz getreten. Aber gut, da wird mal was gemacht, und manch einer findet gleich wieder das Haar in der Suppe. Trotzdem muss ich anmerken, dass einem noch die Vermessung der Gesamtfläche der Plätze gefehlt hat, vielleicht wäre dann so manchem Kicker aufgegangen, dass der Augustdorfer Kunstrasen eher Handball-Feld-Größe hat, während man anderenorts fast auf einem Flugfeld kickt.
Gut, lassen wir das und wenden uns dem eigentlich Fußball zu. Denn in der Staffel 3 hat es eine wirklich faustdicke Überraschung gegeben, Brenkhausen schlägt Dringenberg in (!) Dringenberg mit 3:0. Bei aller Liebe und Freundlichkeit, was war denn da bitte los? Dringenberg erzielt gegen eine, mit Verlaub, anfällige Brenkhauser Mannschaft keinen einzigen Treffer? Die Offensive des SV Brenkhausen/Bossenborn ist sicherlich nicht zu unterschätzen und immer in der Lage einen Treffer zu erzielen, aber dass man ausgerechnet so ein dickes Ausrufezeichen in Dringenberg setzten würde, Hut ab! Aufgrund dieser Niederlage schnuppern nun auch die lippischen Teams aus Horn und Lemgo wieder Morgenluft. 5 bzw. 6 Punkte Rückstand sind in dieser Staffel, wo jeder jeden schlagen kann, kein wirklicher Abstand. Ich sehe schon die Aussagen von Uwe Schwarzer und Stefan Wirsching vor mir, wie sie am kommenden Samstag mit einer Mischung aus Understatement und Wehklagen ihre Chancen auf den Aufstieg gen Null revidieren werden.
In diesem Sinne, kommt gut durch die Woche,
euer
Horst Blankenburg